Wenn viele Schülerin und Schüler zum Schauspiel Leipzig pilgern, dann wird mal wieder Schulliteratur gespielt. Seit der Premiere am 31. Januar 2015 führen die Schauspieler, darunter Anna Keil (Maria Stuart), Bettina Schmidt (Elisabeth) und Andreas Keller (Graf von Leicester) des Schauspiels Leipzig, Friedrich Schillers „Maria Stuart“ unter der Regie von Georg Schmiedleitner auf. Das Drama um die schottische Königin, das 1800 das Licht der Literaturwelt erblickte, gilt bis heute als eines der wichtigsten Werke in deutscher Sprache. 

Die schottische Königin Maria Stuart befindet sich nun seit mehreren Jahren in Gefangenschaft in dem englischen Königreich, geführt von ihren Blutsverwandten Elisabeth I. Wegen Hochverrates soll sie in drei Tagen hingerichtet werden. Verschiedene Protagonisten, darunter der Baron von Burleigh, Graf von Leicester, Paulet oder Mortimer, versuchen Elisabeth von ihrem jeweiligen Ziel, Maria leben oder sterben zu lassen, zu überzeugen. Elisabeth schwankt dabei dauerhaft zwischen der Hinrichtung und diese zu verhindern. Maria besteht darauf, die englische Königin zu treffen, um sie persönlich von der Verhinderung der Hinrichtung zu überzeugen, wobei es aber zu einem Streit seitens Maria kommt. Nach einem missglückten Anschlag auf Elisabeth unterschreibt diese jedoch das Urteil und beglaubigt damit das Lebensende der Maria Stuart.

Prägend für das Drama sind die Dialoge, die durch sehr gute schauspielerische Leistungen belebt werden. Das sehr schlicht gehaltene Bühnenbild, das durch die Schräge einen mehr in die Protagonisten hineinfühlen lässt, fusioniert wunderbar mit der typischen Sprache aus Schillers Werk und ist mal was erfrischend anderes. Leider bekommt man bei Unwissenheit über das Werk nicht richtig mit, wo sich gerade eine Szene abspielt. Ein Stilmittel des Schauspiels Leipzig ist die Arbeit mit Videotechnik, wie sie auch zum Beispiel in dem Schauspiel „Sommernachtstraum“ zu finden ist. Dieses sehr schöne und gleichzeitig leicht beängstigende Stilmittel passt gut und bringt noch einen Touch Moderne in dieses doch 218 Jahre altes Drama. Müdigkeit kann durch die lauten Töne des Szenewechsels nicht entstehen. Die Kostüme sind durch farblich dunkel unterschiedliche Anzüge sehr schlicht gehalten. Erst am Ende, bei der Hinrichtung, zieht Maria Stuart ein rotes Kleid an, das sie damit von allen anderen abhebt. Dieses Stilmittel ist auch in Filmen wie zum Beispiel „Schindlers Liste“ zu finden und macht die kontrastarmen Kostüme damit wichtig und logisch.
Die schauspielerische Leistung gefiel mir sehr gut und es war doch durch die unterschiedlichen Charaktere recht unterhaltsam. Das moderne Bühnenbild ist eine gelungene Abwechslung zu anderen Stücken, aber es kommt in Kombination mit den Kostümen eine gewisse Monotonie zustande. Trotz des Wissens, wie das Stück ausgeht, bekam ich immer noch die Hoffnung, dass Maria nicht hingerichtet wird, was dem Komplettpaket aus schauspielerischer, bühnenbildnerischer und lichttechnischer Leistung zu verdanken ist. Auch bei meinem zweiten Besuch in diesem Stück war es immer noch so gut wie vor 2 Jahren.
Schlussendlich hat mir das Drama „Maria Stuart“ im Schauspiel Leipzig sehr gut gefallen und ist für schauspielbegeisterte Leute auf jeden Fall einen Besuch wert. Für Schülerinnen und Schüler finde ich diese Version leider nicht so passend, es sei denn, man lässt sich auf das Stück ein.

Nils Beyer

 

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